Bilder aus dem Leben der Pfarrgemeinde 2014

------------------------------------------------------------

 

 Bilder zum Vergrößern anklicken !


 

Zur Geschichte der Glocken
der katholischen Kirche von 1914 bis 2014


In den ersten Wochen des Krieges (noch 1914) wurde auf der Bockhorst ein großes Kriegsgefangenenlager angelegt,
das ca. 10.000 Gefangene aus Frankreich, Belgien, Russland und England beherbergte.
Das Gefangenenlager bestand bis zum Kriegsende 1919 und wurde danach noch als Heimkehrerlager,
vor allem für die Flüchtlinge aus Posen / Westpreußen, aber auch aus dem Baltikum genutzt.

   

Im Gefangenenlager diente den Katholiken eine 20 x 10 m große Baracke als Kirche.
Die Gefangenen selbst bauten auf eigene Kosten auf der Baracke ein Türmchen,
für das der Bonifatius-Verein auch eine Glocke zur Verfügung stellte.

   

Diese vom BVG (= Bochumer Verein für Bergbau und Gussstahlfabrikation) 1914 hergestellte Gussstahlglocke,
kam dann nach der Auflösung des Gefangenenlagers 1919 in die Grüne Straße.
Anfangs war sie in der vom Lager gekauften ehemaligen Wachbaracke untergebracht, bevor sie im August 1929
dann in den fertiggestellten Neubau unserer Kirche umzog.
Sie läutet noch bis heute bei uns zum Gottesdienst.


Interessanterweise bestand noch ein zweites "Gotteshaus" in diesem Gefangenenlager auf der Bockhorst.
Es war eine Kirchenbaracke der russisch-orthodoxen Kirche.

   

Warum diese Tatsache hier erwähnt ist, dazu ein wenig später mehr.



Im Verlauf ihres 100jährigen "Lebens" hat diese Gussstahlglocke aber inzwischen schon so stark gelitten,
dass sie ersetzt werden muss. Darum hat sich unsere Kirchengemeinde entschlossen, im Zuge der laufenden Sanierungsarbeiten
sie gegen eine neue zu ersetzen.
Sie ist in der sogenannten Untermollsext-Rippe ausgeführt und ihr Schlagton ist wahrscheinlich ein zweifachgestrichenes g (g").
Es ist aber eine Tatsache, dass diese Glocke nie einen Preis für ihren „schönen Klang" gewinnen würde.
Geläutet wird sie mittels Seilzug, bis zur Sanierung der rechten Sakristei Ende 2013 noch von dort aus.
Im Inneren der Glocke ist eine Nummer mit einem Zahlenwert von 3851 angegeben. Wahrscheinlich handelt es sich hierbei
um die Gussnummer des Bochumer Herstellers. An der Aussenseite befindet sich die Bezeichnung B.V.G. 1914.

         

Da unsere Kirche aber bereits beim Bau 1929 für zwei Glocken vorgesehen war,
sollte nun auch endlich dieser langhehegte Wunsch in Erfüllung gehen.

       



Nachdem die Finanzierung der Glocken durch Spenden aus der Gemeinde gesichert war,
konnten am 31. Januar 2014 in Sinn (bei Gießen / Hessen) unsere beiden Glocken von der Firma Rincker gegossen werden.

Die Glocken- und Kunstgießerei Rincker in Sinn ist die älteste bestehende Glockengießerei der noch in Deutschland existierenden sechs Betriebe.
Seit dem 17. Jahrhundert im Familienbesitz, zählt sie heute zu den bedeutenden Glockengießereien in Europa. Ihr Inhaber Hanns Martin Rincker
führt gemeinsam mit seinem Bruder Fritz Georg die Glockengießerei in der 13. Generation mit 25 in ihr beschäftigten Personen.

   

Wetzlarer Straße 13
D-35764 Sinn
eMail: info@rincker.de



Da der Ort Sinn schon ein "Stückchen" weit von Güstrow entfernt liegt (ca. 700 km),
war es nur eine kleine Gruppe aus der Gemeinde, die sich entschloss, diesem einmaligen Ereignis beizuwohnen.



Es war auch bekannt, dass noch zwei weitere Glocken für eine andere Kirche an diesem Tag mitgegossen werden sollten.
Die Überraschung war jedoch groß, dass es eine syrisch-orthodoxe Gemeinde - St. Afrem & Theodoros - aus Gießen war,
deren Schwesterglocken in ihrem Kirchenneubau unseren Glocken stets verbunden sein werden.

       

Zusammen mit ihrem Gemeindepfarrer Lahdo Aydin segnete Pfarrer Ralph Sobania die Vorbereitungen des Glockengusses
und beide erbaten den Segen Gottes zum Gelingen des Werkes.


     

       

       

   

     

       

Zu Abschluss erläuterte der Glockengießermeister Hanns Martin Rincker und ein Mitarbeiter den Anwesenden die Glockenherstellung
und den gerade erfolgten Ablauf noch etwas genauer.



Ob der Glockenguss von Erfolg gekrönt war, zeigt sich jedoch erst einige Tage später.
Zum Freilegen der Glocken am 5. Februar waren ebenfalls einige Gemeindemitglieder mit dem Pfarrer hingefahren
und konnten so als erste die neuen Glocken sehen.

           


Die größere von beiden mit der Nr. 20052, einem Gewicht von 138 kg und dem Glockenton fis " - 11 ist der Gottesmutter Maria geweiht.
Sie trägt oben die Inschrift:
AVE MARIA GRATIA
Es folgt ein Bild der Mondsichelmadonna und darunter zwei weitere Inschriften:
MARIÄ HIMMELFAHRT GÜSTROW 2014
+ + + und die Namen der alleinigen Stifter dieser Glocke.
STIFTER: GESCHWISTER SYLVIA MARIA UND ROLAND ORGEL
Das Firmenlogo von Rincker befindet sich auf der Rückseite der Glocke.

           

 

Die zweite, kleine Glocke mit der Nr. 20053, einem Gewicht von 87 kg und dem Glockenton a " - 9 ist dem Seligen Niels Stensen geweiht.
Sie trägt oben die Inschriften:
JESUS SIS MIHI JESUS
Es folgt ein Bild des "Stensen Herzens" inmitten der Worte:
SELIGER NIELS STENSEN
und darunter eine weitere Inschrift:
MARIÄ HIMMELFAHRT GÜSTROW 2014
+ + + und ebenfalls das Firmenlogo von Rincker auf der Rückseite der Glocke.

         


Die Glockenklöppel und Aufhängungen lagen ebenfalls schon zur Montage und Versand bereit.

 


Die neuen Glocken wurden dann nach ihrer Weihe am 15. März 2014 in der Katholischen Kirche von Güstrow
durch den Erzbischof von Hamburg Dr. Werner Thissen, von der Firma
W. Iversen, Dimier & Cie., Nachf. GmbH & Co. KG aus Hamburg
montiert und mittels Linearantrieb betätigt.




Wer sich das Ganze als Film ansehen möchte, kann dies hier oder ihn downloaden.
Viel Spaß beim Anschauen !

Download: (FLV) 33 MB




Der letzte Abschnitt der Sanierungsarbeiten steht nun ebenfalls bevor.
Das Baugerüst steht zum größten Teil bereits, die Elektrokabel sind schon ausgelegt, die alte Glocke abgebaut und entfernt
und die neuen Glocken "warten darauf" fertig montiert zu werden.

         

         




 Wir bedanken uns für die Fotos & Filme bei :

Astrid Bartels


Astrid Bartels



nach oben  

  zurück zur " Photoseite " 


  zurück zur Seite " AKTUELLES " 

  Startseite Mariä Himmelfahrt Güstrow 

  Startseite Allerheiligen Krakow am See