Geschichte der katholischen
Pfarrgemeinde Güstrow






Von den Anfängen bis zum 19. Jahrhundert


Eigentlich begann die Geschichte der katholischen Gemeinde Güstrow - soweit wir darüber schriftliche Nachrichten besitzen - bereits 1226. In diesem Jahre stiftete der Fürst Heinrich Borwin II. von Rostock (sein Denkmal steht heute noch vor der Güstrower Post) mit Zustimmung des Bischofs Brunward von Schwerin am 3. Juni eine Kollegiatskirche "an dem Orte, welcher Güstrow genannt wird". Diese Kirche sollte der Gottesmutter Maria, dem Evangelisten Johannes und der Jungfrau Caecilie geweiht werden, die heutige Güstrower Domkirche".

Heinrich Borwin II. (1170-1226) Güstrower Stadtansicht aus dem Jahr 1726 Domansicht der Südseite 2006 Domansicht aus dem Jahr 1917
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Wie konnte es aber zu einer derartigen Gründung in einem noch weitgehend heidnischen Lande kommen?


Nach den Siegen des Sachsenherzogs Heinrich "des Löwen" über die slawischen Bewohner nordöstlich der Elbe besiedelten deutsche christliche Bauern, Handwerker und Kaufleute dieses Gebiet und gründeten neben den slawischen Dörfern ihre eigenen Siedlungen. In kirchlicher Hinsicht unterstand dieses "Missionsgebiet" dem Bischof von Schwerin, der dem damaligen Erzbistum Hamburg-Bremen unterstellt war (unsere Verbindungen zum Bistum Hamburg sind also schon sehr alt). Dieser "Ort Güstrow" hatte damals sicher bereits das Stadtrecht, auch wenn eine Urkunde darüber erst aus dem Jahre 1228 vorliegt, so dass die Stadt 2003 ihr 775-jähriges Jubiläum feiern konnte. Es kann auch als sicher angenommen werden, dass im Jahre 1226 bereits an der Stelle des heutigen Schlosses eine fürstliche Burg stand, in deren Schutz die Kollegiatskirche erbaut wurde, wahrscheinlich am Platz der Hofkapelle der fürstlichen Burg. Besetzt war das Kollegiatsstift ursprünglich mit 20 Kanonikern, die nach der Hildesheimer Ordnung lebten und ihren Unterhalt den reichen Landschenkungen der mecklenburgischen Fürsten verdankten. Später - und auch heute noch - wurde diese Kirche als "Domkirche" bezeichnet, obgleich in Güstrow nie ein Bischof und ein Domkapitel vorhanden waren.
Die Stadt lag damals noch im Grenzgebiet zwischen den Herzogtümern von Schwerin und Pommern und gleichzeitig der Bistümer Schwerin und Cammin (in Hinterpommern). Die Güstrower Stiftsherren hielten jedoch dem Schweriner Bischof nicht sehr lange die Treue, sondern unterstellten sich freiwillig dem Camminer Bischof; die Ursache vieler späterer Streitigkeiten. Die "Domherren", die neben der "Burgfreiheit" auf der "Domfreiheit" wohnten, waren nicht dem Magistrat der Stadt unterstellt und besaßen ihr eigenes Gericht.
Aus diesen Anfängen heraus entwickelte sich in der Stadt bald ein reiches kirchliches Leben, aber stets beherrscht von den "Domherren", auf deren Zustimmung sogar die Fürsten in kirchlicher Hinsicht Rücksicht nehmen mussten. Nachdem bereits in dem Ortsteil "Alt Güstrow" nördlich der Nebel eine Kirche entstanden war (sie gehörte auch weiterhin zum Bistum Schwerin und wurde 1243 erstmalig genannt), entstand auf dem Marktplatz die Stadtkirche "St.Marien", die Pfarrkirche der Bürgerschaft (erste Erwähnung 1308).

         
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Daneben entstanden die Spitäler mit ihren Kapellen "zum hl.Geist" (erstmalig 1308 erwähnt), St.Georg (St. Jürgen) vor dem Mühlentor (erste Nennung 1313) und St. Gertruden (1429). Auf dem heutigen Klosterhof wurde nach der Zerstörung der dort stehenden Synagoge im Jahre 1330 bereits zwei Jahre später die "Hl.Bluts- oder Fronleichnams-Kapelle" errichtet. In ihr wurde die angeblich von den Juden zerstochene "blutende Hostie" verehrt, bis diese Kapelle, wie auch die Pfarrkirche, im Jahre 1503 dem ersten der drei großen Stadtbrände zum Opfer fiel. An diesem Platz entstand im Jahre 1510 ein Franziskaner-Kloster, das diesem Ort bis heute seinen Namen gab.

Die Reformation beendete mit der Einführung der lutherischen Lehre das katholische Leben in der Stadt. Nachdem 1524 in der Hl.Geist-Kapelle die erste lutherische Predigt gehalten wurde, überließen die Herzöge den Protestanten 1534 die Pfarrkirche. Im Zuge der Kirchenvisitationen von 1552 wurde im Dom die letzte Hl. Messe gefeiert und das ewige Licht gelöscht, nachdem der Landtag der mecklenburgischen Stände 1549 bei Sternberg offiziell die protestantische Religion eingeführt hatte. Die Gründe für die Reformation sind vielfältig und in Güstrow nicht zuletzt im Verfall der Sitten des Kollegiatsstiftes zu sehen, das sich zu einem "Geldinstitut" für die Stadt und die Gutsherren entwickelt hatte. Das Franziskanerkloster wurde aufgelöst, die Kirchen und Kapellen vor den Toren der Stadt abgebrochen. Nach dem Augsburger Religionsfrieden von 1555 bestimmte jetzt allein der Landesherr über das religiöse Bekenntnis seiner Untertanen.
Die Besetzung der Stadt durch den kaiserlichen und katholischen Feldherrn Wallenstein brachte keinerlei Änderung, da er den Ständen die ungehinderte Ausübung der lutherischen Religion garantiert hatte. Auch das Wirken des Apostolischen Vikars der Nordischen Mission Niels Stensen in Schwerin im Jahre 1685 wirkte sich auf unsere Stadt nicht aus.

Aufgrund der zunehmenden Zahl von Katholiken, die im Verlaufe der Zeit als Beamte, Kaufleute und Handwerker ins Land kamen, erhielt die Filiale der Lübecker Jesuiten 1709 die Erlaubnis, in Schwerin eine Missionspfarrei zu errichten. Bei ihren Reisen nach Rostock zur Betreuung der dortigen Kaufleute besuchten sie auch die Stadt Güstrow. Ein im Archiv der Katholischen Kirche in Schwerin liegendes notarielles Schreiben von 1732 bestätigt, dass seit 1717 Pater Dumont SJ aus Schwerin einmal im Jahr in Güstrow "in aller Stille" die hl. Kommunion ausgeteilt hätte, zuerst im Hause des, Frl. Antoni Respetino in der Glevinschen Str. und später in der Wohnung des Frl. von Barholdt am Schlossplatz. Die Zeugen bestätigten auf Befragen, dass die Austeilung der hl. Kommunion mit stillschweigender Duldung des Rates der Stadt erfolgte. Sie waren auch bereit, die unterzeichnete Aussage zu beeiden. Dieses Protokoll wurde wahrscheinlich aufgesetzt, um von der Landesregierung in Schwerin die Genehmigung zum ständigen Gottesdienst auch in Güstrow zu erhalten, so wie es für Schwerin bereits im Jahre 1709 bestätigt worden war.
Unter dem Herzog Christian Ludwig II. war es den Jesuiten noch möglich gewesen, auf ihren Reisen durch Mecklenburg Gottesdienste in anderen Orten zu halten und die Sakramente zu spenden. Dies untersagte sein Nachfolger Friedrich der Fromme 1767 jedoch mit Androhung sofortiger Verbannung bei Zuwiderhandlung. Die Auflösung des Jesuitenordens 1773 (1814 dann wieder zugelassen) belastete die Missionspfarreien in der Diaspora noch zusätzlich. Erst unter dem Herzog Friedrich Franz I. konnten sich die Katholiken wieder freier bewegen und durften sogar eigene Kirchen bauen.
In der Accessions-Akte zum Beitritt in den Rheinbund verpflichtete sich der Schweriner Herzog am 22.03.1808 die rechtliche Gleichstellung der katholischen mit der lutherischen Religion anzuerkennen (1811 offiziell erfolgt). Dies wurde durch den Beitritt Mecklenburgs zum Deutschen Bund 1815 noch weiter gefestigt.
In der folgenden Regierungszeit vom Großherzog Paul Friedrich änderte sich daran auch nichts, doch unter seinem Nachfolger Friedrich Franz II. wurden die Rechte der religiösen Minderheiten wieder stark eingeschränkt. Die Deutsche Bundesakte von 1815 hatte zwar noch ihre Gültigkeit, doch ihre Auslegung wurde anders gehandhabt, es gab nur noch eine Gleichstellung der Bekenntnisse.
Von einer ungehinderten Religionsausübung konnte nun keine Rede mehr sein. Der Grundsatz, dass die evangelisch-lutherische Landeskirche in Mecklenburg die gesetzlich alleinberechtigte sei und dass Zugeständnisse an andere Glaubensgemeinschaften hinsichtlich der Religionsausübung nur auf Grund widerruflicher landesherrlicher Konzessionen erfolgt seien, wurde weiter beibehalten. Erst im Jahre 1903 wurde in beiden Großherzogtümern im Land den Reformierten und den Katholiken gesetzlich die "öffentliche Religionsübung" zugestanden, womit die Befugnis verbunden war, Kirchen mit Turm und Glocken zu errichten. Aber selbst diese Gleichstellung brachte noch nicht die in anderen deutschen Bundesländern übliche volle Gleichberechtigung, die erst in der Weimarer Republik erreicht wurde.



Von den Anfängen unserer Gemeinde

Auf die Frage: "Ob er denn nicht regelmäßig Gottesdienst in Güstrow halten könne?", soll der damalige Rostocker Pfarrer Ludwig Brinkwirth (*1850 - † 1901) geantwortet haben, " wenn sie zwölf Katholiken zusammenbrächten, so wolle er einen Gottesdienst in Güstrow halten ".

Ludwig Brinkwirth

Ab dem 09. August 1885 wurde dann wieder erstmals in der Stadt katholischer Gottesdienst regelmäßig gefeiert. 1891 bat Pfarrer Brinkwirth den Rat der Stadt um die Überlassung eines größeren Raumes, was ihm auch gestattet wurde. So fanden die Gottesdienste fortan in einem der größeren Klassenzimmer der Schule am Heilig-Geisthof statt. Der Altar blieb dort ständig stehen, er wurde nur mit einem Tuch verhängt, und im Treppenaufgang stand ein Schrank (er wird heute noch als Devotionalien-Schrank benutzt), in welchem die für den Gottesdienst notwendigen Gegenstände aufbewahrt wurden, so dass nur Kelch, Hostien und Wein mitgebracht werden mußte.
Die den Gottesdienst zelebrierenden Geistlichen (Meyer, Strassberger und Hemesaat) gaben auch den Kindern eine Religionsstunde wöchentlich.
Aber erst im Jahre 1903 war den Katholiken dann endlich die öffentliche Religionsausübung zugestanden worden, womit auch die Befugnis verbunden war, "Kirchen mit Turm und Glocken" zu errichten.
Die Weichen für unsere neue Gemeinde wurden aber bereits am 11.September 1911 gestellt, als der Osnabrücker Bischof Dr. Hubert Voß einen eigenen Kirchenvorstand für Güstrow eingesetzt hatte. Es waren der Kaufmann Nikolaus Liepeit aus Güstrow und der Vorschnitter Felix Zielke aus Lüssow.
Auf Veranlassung von Pastor Leffers wurde 1912 auch der katholische Männerverein gegründet, der anfangs aus nur 8 Männern bestand. Die Planungen für einen Kirchenneubau liefen nun ebenfalls, als 1914 der Ausbruch des 1. Weltkrieges alle Hoffnungen wieder zerstörte.


In den ersten Wochen des Krieges (noch 1914) wurde auf der Bockhorst ein großes Kriegsgefangenenlager angelegt (IX.-AK.), das ca. 10.000 Gefangene aus Frankreich, Belgien, Russland und England beherbergte. Das Lager wurde von einem Landsturm-Btl. aus Seligenstadt in Hessen bewacht, und von dem Lagerverwalter Herrn Siefken geleitet. Dieser verwaltete bis zu seiner Pensionierung 1921 auch das danach (ab 1919) hier existierende Heimkehrerlager, das vor allem für die Flüchtlinge aus Posen / Westpreußen, aber auch aus dem Baltikum bestand.

Ansicht des Lagers 1915 Gefangenentransport 1916 Ansicht des Lagers 1917
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Die Seelsorge der hier inhaftierten Kriegsgefangenen oblag in den ersten Monaten dem im Nebenamt die Militärseelsorge ausübenden Pastor Wilhelm Leffers aus Rostock. Sie war aber durch die große Entfernung sehr erschwert.
Die Gefangenen waren anfangs in großen Zelten untergebracht, in denen auch einmal Gottesdienst mit Gelegenheit zum Sakramentenempfang abgehalten wurde.
In der Folgezeit besuchte der Rostocker Vikar Heinrich Hemesaat jede Woche am Donnerstag die Lazarette des Lagers und hielt dann nachmittags in Güstrow den Religionsunterricht für die Kinder. Da die Zahl der Gefangenen immer mehr wuchs, beantragte Pastor Leffers beim damaligen Militär-Oberpfarrer Pawlicke in Hannover die Anstellung eines Militärpfarrers im Lager, was auch bewilligt wurde.
Der erste Militär-Pfarrer H. Bayer wurde nach einigen Monaten wieder versetzt und durch Pater Johannes Fischer abgelöst.

Johannes Fischer PA
Pater Johannes Fischer war ein Herz-Jesu-Priester, stammte aus Sittard und arbeitete als Missionspfarrer in Südamerika. Während seines Urlaubes in Deutschland wurde er durch den Kriegsausbruch an der Heimreise nach Brasilien gehindert und arbeitete dann als Militär-Pfarrer bis zum Kriegsende im Lager Bockhorst.
Außer seinem Dienst half er auch in der Zivil-Seelsorge, oder wenn Kranke zu versehen waren. Nach dem Kriegsende ist er dann in das Missionsgebiet seines Ordens nach Brasilien zurückgekehrt.


Im Gefangenenlager diente ihnen eine 20 x 10 m große Baracke als Kirche. Die Gefangenen bauten dann auf eigene Kosten auf der Baracke ein Türmchen, für das der Bonifatius-Verein eine Glocke leihweise zur Verfügung stellte (sie läutet noch heute bei uns zum Gottesdienst).

Ansicht der Barackenkirche um 1917 Ansicht der Barackenkirche um 1917 Innenansicht der Barackenkirche um 1917

Innenansicht mit dem Militärpfarrer Bayer Weihnachten in der Lagerkirche Gebetsecke in der Barackenkirche um 1917
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Am 8. April 1919 teilte der Magistrat der Stadt Güstrow dem Kirchenvorstand mit, dass er " einem dringenden Wunsch des Bürgerausschusses folgend, sowie unter Anerkennung der in dem Gutachten hervorgehobenen Bedenken " sich außerstande sähe, den Schulraum in der Mädchenfreischule weiter zur Abhaltung des Gottesdienstes überlassen zu können. In dieser Lage stellte uns Pastor Barth von der evangelischen Domgemeinde den Saal ihres Gemeindehauses an der damaligen Plauer Straße zur Verfügung.
Dies war aber durchaus keine Dauerlösung, und so wurde der Neubau einer Kirche wieder besonders aktuell. Durch die dann aber einsetzende Inflation, zögernde Kauf- und Genehmigungsverhandlungen behindert, beschloss man erst einmal eine der alten Militärbaracken des aufgelösten Gefangenlagers zu kaufen (nicht die ursprüngliche Kirchenbaracke) und sie in der Grünen Straße aufstellen zu lassen.
Diese Baracke wurde dann am 11. September 1919 für 2250 Mark von der Militärverwaltung gekauft, aber durch Verzögerungen beim Abbruch - einen Bauarbeiterstreik - Transport und Wiederaufbau verteuerte sich das Ganze auf 17451,83 Mark.

Am 22. Dezember 1919 stand sie dann aber endlich in der Grünen Strasse.

Ansicht der Barackenkirche in der Grünen Strasse 1919 Innenansicht der Barackenkirche um 1919 Barackenkirche um 1919 Alte und Neue Kirche 1929
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Für die Ausstattung spendete die Mutterpfarrei Rostock den früher in der "Alten Flora" benutzten Altar, 6 Kirchenbänke, 2 lebensgroße holzgeschnitzte Figuren - Maria und Josef mit Sockel (noch heute bei uns in der Kirche zu sehen) - sowie die bis zum Kirchbau in Rostock benutzte Kommunionbank. Als Seitenaltar wurde der in der Kirche des Gefangenenlagers benutzte Altar mit dem nun bei uns in der Kirche befindlichem Bild der "Immerwährenden Hilfe" aufgestellt (ihn hatte der erste Militärpfarrer des Gefangenenlagers Bayer aus Aachen geschenkt bekommen). Auf der anderen Seite wurde ein Herz-Jesu-Altar errichtet.
Unbeschreiblich groß war daher dann die Freude der Güstrower Gemeinde, als am 1. Weihnachtstag 1919 der Weihnachtsgottesdienst in dieser ersten eigenen Kirche nach der Reformation stattfand. Viele Gläubige eilten mit Laternen und Kerzen herbei, um bei der Dunkelheit doch noch dem Gottesdienst beiwohnen zu können. In einem freudigen Te Deum dankte die Gemeinde Gott dafür, dass nun der Gottesdienst in einem eigenen Kirchlein abgehalten werden konnte.
Angesichts der Einfachheit ihrer neuen Kirche mögen sich vielleicht einige an die Worte von Otto Rietmüller erinnert haben. "Irdische Tempel braucht Gott nicht, Dome, die Meister erbauen. Schatten sind sie von seinem Licht, welches kein Auge kann schauen ..."

Zum 1. April 1920 erhielt Güstrow dann auch endlich einen eigenen Geistlichen, jemanden den sie schon kannten. Es war der Vikar aus der Rostocker Christus-Gemeinde Heinrich Hemesaat, der nun Pastor in Güstrow wurde.

Der erste eigene Pfarrer Heinrich Hemesaat
Am 17. April 1920 fuhr Pastor Heinrich Hemesaat in Begleitung von Pastor Leffers und dem Kirchenvorstandsmitglied von Rostock, Paul Degenhardt, nach Güstrow. Schon am Bahnhof erklang dem neuen Pastor das Läuten des Glöckleins der Notkirche als Willkommensgruß entgegen.
Was sich am Werktag-Morgen frei machen konnte, war zur Kirche gekommen um ihn zu begrüßen.


Unter der Leitung von Herrn Flügel und seiner Frau hatte die Gemeinde das Gotteshaus mit Lorbeerbäumen und Blumen geschmückt und der neue Pastor hielt dann sein erstes Hochamt bei uns.
Aus den drei Städten Güstrow, Bützow und Krakow, sowie 168 Ortschaften, die von der Pfarrei Rostock abgetrennt wurden, bestand nun die neue Pfarrei Güstrow.
Die nächste Sorge des Geistlichen war nun, eine Pfarrwohnung zu bekommen. Aber bei der damals bestehenden Wohnungsnot und den Wohnungsgesetzen wurde die Erlaubnis zur Beziehung einer Wohnung nur den in Güstrow Wohnungssuchenden gegeben. Für den Anfang tat es eine möblierte Wohnung, die er bei der Witwe des verstorbenen Kreisphysikus Dr. Habermann fand. Anfang 1921 ergab sich dann die Gelegenheit, das Haus Besserstraße Nr. 1 für 80.000 Mark zu kaufen.
Die Arbeit in der Gemeinde war durch den Zuzug von Gläubigen aus den Abstimmungsgebieten des 1. Weltkrieges so umfangreich geworden, dass ab 1924 ständig ein Hilfsgeistlicher (Kaplan oder Vikar = 2. Kaplan) eingesetzt werden musste.

Bereits seit 1914 geplant, begann der Bau der heutigen Kirche jedoch erst im Dezember 1928. Die Kirchweihe fand dann am 25. August 1929 statt.


 

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letzte Aktualisierung - Februar 2016